SOLA 2018 – Lagergeschichte, 2. Teil

Auszug aus dem Brief an die Delegierten der Jungwachte Küssanacht aus dem Jahre 1291:

… «Als Strafe wirst du deinem Sohn ein Apfel, mit einem Sackhegel vom Kopf schiessen»
So lautete die schier unmögliche Aufgabe. Laute Aufruhr tönte aus der Menge und man hörte die Angst und Nervosität in den Stimmen.
Lucanus sprach mit erhobenem Haupte «Morgen während der Mittagsstunde wirst du die Aufgabe antreten» und ritt mit seinen Wächtern auf dem prachtvollen Gaul davon.
Die Menge löste sich langsam auf und die Familie Tell eilte schnell nach Hause. Während Tell sofort in den Keller stürmte und einen Korb voller Äpfel holte, ging die Frau mit Walterli in die Stube und nahm ihn in den Arm und weinte vor Angst.
Tell stinksauer im Garten mit dem Korb voller Äpfel und versuchte fleissig die Äpfel vom Kopf der Vogelscheuche mit dem Sackmesser zu treffen. Die ersten Schüsse und versuche gingen weit daneben, aber nach dem gefühlt tausendsten Schuss gelang es ihm einen schönen Schnitz aus dem Apfel zu hauen.
Voller Begeisterung ran er zu seiner Frau und machte ihr damit Hoffnung, «Lueg mal Schatz, ich hans gschafft» sagte er laut schnaubend. Da er sich aber selber noch nicht sicher war, übte er noch bis tief in die Nacht. Obwohl er schon lange nichts mehr sehen konnte, denn es war ja Nacht, liess es im trotzdem keine Ruhe. Einige weitere Erfolge schaffte er an diesem Abend aber trotzdem noch und auch er wurde langsam müde und ging schlafen.
Während Tell draussen übte, versuchten Freunde von ihm Walterli aus dem Dorf zu schaffen. Sie schlichen sich durch verschiedene Häuser, Gärten und Gassen und blieben vorerst unentdeckt. An der Dorfmauer angekommen, versuchten sie die Wachen abzulenken und Walterli vorbei zu schmuggeln. Aber leider waren die Wachen diesmal schlauer und merkten, dass hier etwas faul ist und konnten so die fliehenden stoppen.
«Walterli wird zur Vorsicht hier im Wachturm bleiben», sagte einer der Wachmänner bedrohlich. Enttäuscht und demütig gingen die Helfer wieder zurück zum Hause der Tells und mussten der Mutter die Niederlage beichten.
Trotz aller versuche, kam der nächste Tag. Grosses Getümmel war bereits am Morgen auf dem Dorfplatz, dem Schauplatz vom mittägigem Spektakel. Und auch kurz vor Mittag marschierte eine Horde mit Lucanus von Alpboden auf dem Dorfplatz auf.
Walterli war bereits am Brunne gefesselt und Tell musste nun seinen eigenen Sohn beschiessen. Die Menge bildete einen Kreis um ihm. Alle wollten möglichst viel sehen, obwohl alle auch Angst hatten, dass dies in die Hosen gehen könnte. Vor allem die Mutter, hatte kaum die Nerven um hinzusehen, aber dennoch spähte sie immer wieder durch die Hände, welche vor ihren Augen waren.
Die Spannung stieg und auch Tell wurde sichtlich noch nervöser. Der Apfel wurde auf dem Kopf von Walterli platziert, Tell zielte und schoss. Bevor Tell es überhaupt selber realisierte, jubelte die Menge. Er hatte tatsächlich beim ersten Schuss getroffen.
Lucanus von Alpboden sichtlich genervt, verliess praktisch den Platz ohne ein Wort. An diesem Tag wurde noch viel gefeiert, Tell wurde zum lokalen Held. Aber trotz des erfolges, wollte sich das Tell nicht gefallen lassen und wollte sich für diese Schandtat beim Vogt rächen.
Die nächsten Tage und Wochen versuchte er ausfindig zu machen, wann und wo sich der Vogt aufhält. Zunächst leider ohne Erfolg, aber dann plötzlich bekam er mit dass der Vogt durch eine Gasse gehen wird, durch eine Hohle Gasse. Diese soll sich in der nähe von Küssanacht befinden.
Als Tell das hörte, packte er sofort seine Sachen und ritt mit seiner Armbrust umgehängt los Richtung Küssanacht. Nach einigen Tagen kam er dann tatsächlich dort an und als er dann Stimmen und Hufschläge von Pferden hörte, lauerte er hinter einem Baum und wartete bis er an ihm vorbei ging.
Nun kam der Moment, er zielte und schoss seinen Pfeil, direkt ins Herz des Vogt. Die Herrschaft von dem machthaberischen Lucanus ist nun vorbei. Tell wurde, wie ihr sicher wisst, nun vom lokalen Held zum Nationalheld und zum Symbol für Mut.
Nun, lange Geschichte, kurzer Sinn. Hier in unserem Dörfchen Wilterswal spielt sich eine ähnliche Geschichte ab.
Liebe Jungwachte Küssanacht, wir brauchen dringend eure Hilfe, um so ein Schlamassel wie damals zu verhindern.

Bitte kommt in unser Dorf und verteidigt mit uns unser Hab und Gut, so wie einst Wilhelm Tell.


Mit hochachtungsvollen Grüssen
Domenikus von Wilterswal

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